Engagement für Löwenzahn: Mehr als ein Ehrenamt
Seit mehr als 5 Jahren halten Dagmar Petzgen und Karlheinz Krause dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Löwenzahn Dortmund die Treue. Angefangen haben beide vor bzw. direkt nach der Gründung des Trägervereins Forum Dunkelbunt e. V. im Jahr 2017. Ein Meilenstein im Leben der beiden, der zunächst ihr ehrenamtliches Leben und später auch ihr Arbeitsleben veränderte.
Dagmar: „Ich war zu der Zeit im Bestattungswesen tätig und hatte mich in den letzten Jahren aus persönlichen und beruflichen Gründen viel mit den Themen, Sterben, Tod und Trauer beschäftigt. Beate Schwedler kannte ich als Trauerrednerin und sie erzählte von ihrem Projekt, einen überkonfessionellen Verein zu genau diesen Themen zu gründen. Und da ihr zur Gründung des Vereins eine, die 7. Person, fehlte, habe ich kurzerhand zugesagt. Kurze Zeit später hieß es, der neu gegründete Verein macht einen Ambulanten Kinderhospizdienst auf und das war genau mein Ding. Also habe ich direkt mit dem ersten Befähigungskurs für Ehrenamtliche gestartet.“
Karlheinz: „Zu dem Zeitpunkt hatte ich für mich schwere persönliche Verluste erlitten, die ich verarbeiten musste. Und dann las ich in der Zeitung über den Verein, seiner Gründung und vom ersten Ehrenamtskurs für den neu gegründeten Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst. Das hat mich sofort angesprochen. Auch beim ersten Kontakt mit Thorsten Haase, dem Initiator des neuen Kinderhospizdienstes hatte ich ein gutes Gefühl und habe mich angemeldet.
Pioniergedanke war groß
Karlheinz: „Da ich beruflich aus dem technischen Bereich komme, waren die Themen des Kurses sehr interessant. Aber nicht nur das, auch die Menschen, die ich kennen lernen durfte, waren etwas Besonderes. Ich hatte sofort einen Draht zu den anderen Teilnehmer*innen. Die Grundstimmung war großartig. Man wusste, alle, die dabei sind, wollen helfen und das schweißt zusammen, bis heute. Als ich zusätzlich im letzten Jahr den Kurs bei unserem ambulanten Erwachsenenhospizdienst mitgemacht habe, war das Gefühl genauso. Auch im Kontakt zu den Ehrenamtlichen, die jedes Jahr neu dazukommen, erlebe ich das immer wieder – man hat direkt einen gemeinsamen Nenner.“
Dagmar: „Die Ansammlung gleichgesinnter Menschen hat mich besonders angesprochen. Auch die Atmosphäre des ersten Kurses hat mich sehr berührt. Der Pioniergedanke und das Gefühl – „Wir stellen hier etwas Neues auf die Beine“ – haben mich mitgerissen und bereichern mein Leben bis heute. Wir, die Ehrenamtlichen der ersten Stunde, haben zusammen die ersten Büroräume gestrichen und eingerichtet. Karlheinz, mit seinem beruflichen Hintergrund, hat sich um die Technik gekümmert. Wir beide lieben diese Momente, wenn wieder ein neuer Dienst, wie im Mai 2024 im Westerwald, gegründet wird. Dann sind auch wir beide dabei – natürlich ehrenamtlich. „
Start der ersten Begleitungen
Karlheinz: „Ich habe direkt nach dem Kurs mit der Begleitung eines Geschwisterkindes begonnen. Am Anfang war es ein komisches Gefühl, weil man nicht wusste, was erwartet einen in der Familie. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ist eigentlich eine ganz „normale“ Familie. Dass das lebenzeitverkürzt erkrankte Kind viel Aufmerksamkeit der Eltern benötigt, ist klar, deshalb hat sich der Bruder sehr über meine Begleitung gefreut. Über zwei Jahre habe ich ihn begleitet. Das war eine tolle Zeit. Wir haben Ausflüge gemacht oder gezockt, ganz wie er wollte. Zusätzlich haben wir, die ersten Ehrenamtlichen, die Geschwistergruppe „Löwenbande“ aufgebaut, die ich über zwei Jahre geleitet habe.“
Haupt- und Ehrenamt bei den Deutschen Kinderhospiz Diensten
Nach den ersten Kursen und immer mehr Familien, die aufgenommen wurden, wuchsen die Herausforderungen im Verein, sodass die beiden Ehrenamtlichen der „Ersten Stunde“ gefragt wurden: Wollt ihr nicht hauptamtlich bei uns arbeiten? Das ließen sich Dagmar und Karlheinz nicht zweimal sagen und starteten eine neue berufliche Laufbahn in den Deutschen Kinderhospiz Diensten: Dagmar im Fundraising-Team und Karlheinz als IT-Systemadministrator. Ehrenamtlich tätig sind sie aber auch weiterhin, vorrangig in der Geschwistergruppe.
Karlheinz: „Über die letzten Jahre in der Geschwistergruppe zu erleben, wie sich die Kinder entwickeln, das ist schön. Es haben sich unter den Kindern Freundschaften gebildet. Die Kinder sind selbstbewusster geworden und lieben die Ausflüge. Das freut mich sehr und bereichert mein Leben. Mir zeigt es jedes Mal: Ich lebe und es geht mir gut. Dieses sinnstiftende Ehrenamt macht mich fürs Leben und meine Arbeit sehr zufrieden.“
Dagmar: „Mir ist es wichtig, meine Zeit als Ehrenamtliche in der Geschwistergruppe zu verschenken. Der Kontakt mit den Geschwisterkindern tut mir gut. Ohne die ehrenamtliche Tätigkeit kann ich mir meinen Job bei den Deutschen Kinderhospiz Diensten gar nicht vorstellen. Wenn Spenderinnen und Spender beispielsweise fragen, wohin ihr Geld geht, kann ich authentisch (natürlich anonymisiert) berichten und sie auf besondere Weise mit den Geschichten der Kinder und ihrer Familien berühren. Das erfüllt mich, denn so wird auch mir immer wieder die Bedeutung unseres so überaus hilfreichen Tuns für die Familien bewusst.“
Das Team von Löwenzahn und der gesamte DKD-Vorstand sagen DANKE!
Weitere Informationen zum nächsten Ehrenamtskurs finden Sie hier: Ehrenamtskurse Dortmund – Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Dortmund (ambulanter-kinderhospizdienst-dortmund.de)


